Eröffnungstour, schweißtreibend

Ich kenne den Münchener Berg östlich von Fürstenfeldbruck recht gut, bin in den letzten Jahren jeden mir bekannten Weg hoch oder runter gefahren. An der B2 entlang, durch die Emmeringer Leite oder von der Amper kommend.

Der meiner Erfahrung nach steilste und anstrengendste Weg geht hinter dem Kloster Fürstenfeld in Richtung Gelbenholzen/Pfaffing hoch. Mit gewisser Erleichterung stellte ich aber schon beim Check des Routenplans für die Eröffnungstour des diesjährigen Stadtradelns fest, dass die vom ADFC geführte Tour aus Gröbenzell und Olching den etwas weniger steilen Weg vom Bahnhof FFB über den Pfaffinger Weg in Richtung Biburg nehmen würde.

Anstrengend waren die rund 70 Höhenmeter für mich und mehr als 50 anderen Stadtradelnden aus Gröbenzell und Olching dennoch – gut 13 Kilometer waren bis dahin schon durch die Hitze des Junisonntags absolviert. 

Die meisten Wege mir vertraut, war über Details der von Martin Oetjen geleiten Tour aber immer wieder freudig überrascht – “ach, so kommt man auch von Olching nach Esting” und später “Interessante Variante auf dem Weg von Eichenau nach Puchheim”. 

Screenshot

Meist radle ich im hiesigen Landkreis und den benachbarten alleine oder mit der Gattin, für mich war das auch eine neue Erfahrung, mit ein paar Dutzend Gleichgesinnten zu radeln. Wird vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, wenngleich im Pulk respektive in der Schlange zu fahren, höchste Aufmerksamkeit erfordert und noch mehr anstrengt als Radln in der Hitze allein. Immerhin blieb das Tempo moderat, damit wirklich alle mitkommen. 

Was die Leistung des etwa sechsjährigen Mädchens, das mit seinem Vater unterwegs war, keineswegs schmälert. Erst am Berg musste sie der Anstrengung Tribut zollen und nahm mit Vater und ADFC-Schlussfahrer Thomas Schubert eine kleine Abkürzung, die aber auch nur etwa 20 Höhenmeter weniger erklomm – bei der Abfahrt aus Biburg in Richtung Alling trafen wir die drei an dem Feldweg wieder, der in Wagelsried auf die Straße trifft.

Die letzten Höhenmeter von Gelbenholzen/Pfaffing nach Biburg hinauf sind auch für mich so etwas wie der Endgegner. Nach der Linkskurve gerät man erst in eine leichte Senke, in der man noch etwas Tempo aufnehmen kann, dann wird es aber sehr kurz sehr steil – müssten so um die 12 bis 14 Prozent sein – ehe es wieder etwas flacher ansteigt, dann aber in der prallen Sonne.

Klar, mit dem E-Bike ginge es leichter den Münchener Berg, ich hatte das schon ausgiebig genau an der Stelle getestet. Bei Temperaturen wie den heutigen ist man mit dem Biobike – also dem allein durch Muskelkraft angetriebenen Gefährt – deutlich im Nachteil. Macht aber irgendwie mehr Laune, wenn man sich den Berg hochgequält hat und bei der Trinkpause im Schatten einen großen Schluck aus der Fahrradflasche nimmt. 

An Hitzetagen behelfe ich mir mit einem Trick: Als mobile Klimaanlage montiere ich mir ein patschnasses Kopftuch unter den Helm, das hält auch bei 35 Grad den Kopf für eine gute Stunde kühl – immer wieder beim Pendeln im Sommer ausprobiert. Am Nöscherplatz in Olching beim ersten Zwischenstopp also nochmal das Tuch in den Brunnen gehalten, und weiter geht die Fahrt. 

Die Abfahrt vom Münchener Berg ist dann ein erfrischendes Vergnügen, die Rückfahrt nach Puchheim und Gröbenzell die pure Vorfreude auf ein Kaltgetränk.

Die Würm ist auch ein schöner Fluss und die Inselmühle immer eine Einkehr wert. Liegt etwa auf halber Strecke vom Büro nach Hause.

In der anstehenden Woche bleibt es zunächst so heiß, aber morgens ist es noch gut erträglich und nach der Arbeit ließe sich zur Not auf halber Strecke einkehren, um das Kopftuch in der Würm erneut zu befeuchten oder die Kehle mit einem Getränk in der Inselmühle.

Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 28,25

Gesamtkilometer 2026 bisher: 2.105

Vor dem Start

Meine Nominierung als Stadtradln-Star ist fast ein wenig unfair, das gebe ich gerne zu. Ich fahre ohnehin recht häufig mit dem Fahrrad, Strecken von 15 Kilometern oder mehr schrecken mich nicht ab. In den vergangenen Jahren waren einige dabei, in denen ich insgesamt weitere Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt habe als mit dem Auto, so um die 4000 Kilometer pro Jahre radle ich.

Wie ich heute feststelle, bin ich auch 2026 auf Kurs. Das erste Halbjahr ist noch nicht ganz vorbei und mein persönlicher Kilometerzähler steht schon auf fast 2000 Kilometern. Wahrscheinlich bin ich schon drüber, weil ich das ein oder andere Mal vergessen hatte, die Apple Watch aufzuladen oder die Tour zu starten. 

Ich habe mal mitgezählt, allein aus dem Ehrgeiz, bei der Steuererklärung angeben zu können, an wie vielen Tagen ich mit dem Rad im Büro war, mit dem Auto oder mich der ÖPNV ans Ziel und wieder nach Hause brachte (ich weiß, die Pendlerpauschale ist unabhängig vom Verkehrsmittel und den Steuerprüfer im Finanzamt hat das nur mäßig beeindruckt). Aber in meinem besten Jahr bisher – 2019 – kam ich in meiner Zählung auf 92 Bürofahrten. Also an fast jedem zweiten Arbeitstag war ich mit dem Rad die 20 Kilometer von Gröbenzell in die Parkstadt Schwabing gefahren. Damals war ich auch noch sieben Jahre jünger und Homeoffice für mich zwar eine tägliche Notwendigkeit von etwa 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr und manchmal auch noch abends, aber ansonsten weithin unbekannt. Bis 2020 alles anders wurde.

Seit dem Jahreswechsel 2021/22 ist mein Büro am Olympiapark, im hochtrabend Olympia Business Center genannten Riegel schräg gegenüber vom O2-Tower, der nicht weniger hochtrabend offiziell Uptown Munich heißt.

Das OBC ist ein hübsches achtstöckiges Gebäude, das den Stadtwerken München gehört und bis hinauf zum 8. Stock auch von ihnen genutzt wird. Schön: Das OBC liegt fünf Kilometer näher an Gröbenzell als die Parkstadt Schwabing. Noch schöner: Es gibt einen Fahrradkeller, in Schwabing-Nord musste das Radl immer draußen stehen bleiben.

Noch leben wir eine recht großzügige Homeoffice-Regelung, sodass ich seit 2022 an manchen Tagen doch lieber daheim geblieben bin, anstatt mich morgens durch den Regen zu quälen oder am frühen Abend in der Sommerhitze zu leiden. An manch anderen Tagen war die Besetzung im Büro so gering, dass ich im Homeoffice beinahe mehr menschliche Ansprache hatte, also sparte ich mir das Pendeln und drehte abends noch mal eine Radlunde um Gröbenzell und Umgebung. Ist dann streng genommen kein Stadtradeln mehr, denn die Idee, anstatt zu Radeln, für die Abendtour in den Biergarten (und sei es der daheim) das Auto zu nehmen, ist dann doch etwas absurd.

Die Kilometer der Abendtouren habe ich dennoch in das Stadtradln-Protokoll aufgenommen, das werde ich auch in diesem Jahr so handhaben. Wenn dann am Ende der drei Wochen eine scheinbar beeindruckende Zahl stehen sollte (mein Ziel: 400), hat diese auch damit zu tun, dass ich nicht nur zum Pendeln das Rad benutze, sondern auch in der Freizeit. Und selbst beim Pendeln drehe ich gerne ein paar Umwege.

Heute nahm ich etwa mein Mountainbike, das ich erst in Februar kaufte, weil mein altes Sportrad nicht mehr reparabel war, und fuhr nicht direkt ins Büro. Sonst nehme ich immer die Von-Kahr- respektive Allacher Straße, recht gute Radwege, an manchen Stellen auch breit genug zum Überholen, sehr gut von der Fahrbahn getrennt.

Mir war aber mehr nach Schotter und Wald. Also  fuhr ich von Lochhausen aus an der Bahn entlang, den Schotterweg nördlich der Gleise in Richtung Alte Allee. Von der Blutenburg aus geht es dann durch den Durchblick, später ein Stück an der Nymphenburger Schlossmauer vorbei, ehe ich an der Bus- und Tramhaltestelle Amalienburgstraße die Menzinger Straße über die Ampel querte und mich ins Kapuzinerhölzl aufmachte.

Die letzten beiden Kilometer ging es dann wieder auf dem Radweg am Wintrichring entlang, der nach Querung der Dachauerstraße Georg-Brauchle-Ring heißt und an dessen Hausnummer 23 das OBC liegt.

Auf dem Heimweg nahm ich eine ähnliche Route, wieder durch das Kapuzinerhölzl, später dann noch am westlichen Ende der Aubinger Lohe wieder über Schotter. Vorteil dieser kleinen Umwege: Meist geht man dem Autoverkehr aus dem Weg. Warum das eine gute Idee ist, werde ich zu gegebener Zeit erläutern.

Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 0

Gesamtkilometer 2026 bisher: 1.984

Mission Statement

Liebe Stadradelnde aus Gröbenzell, nwenn ich mich mal kurz vorstellen darf? Mein Name ist Peter Müller, was einigermaßen langweilig klingt. Ich hoffe jedoch, stets das wichtigste Gebot des Erzählens einzuhalten: Du sollst nicht langweilen.

Weswegen ich mich beim Stadtradeln gar nicht langweilig als RoterRadler13 registriert habe, auch in diesem Jahr wieder im offenen Team Gröbenzell. Warum rot? Seit ich denken kann, bin ich Fan des FC Bayern München und damit zwangsläufig der Farbe rot. Mein Haus in Gröbenzell ist rot gestrichen (hat witzigerweise ein den Blauen zugetaner Maler ein klein wenig widerwillig, aber exzellent erledigt), ich habe ein rotes Radl für Freizeittouren (für Fahrten ins Büro am Olympiapark und für Einkäufe in Gröbenzell und Umgebung noch ein blaues, könnte den Maler freuen), selbst mein Auto ist rot. Das Auto, das ich in den drei Wochen im Juni und Juli nicht selbst bewege. Was die Kinder damit machen, ist eine andere Sache, aber ich werde sehr wahrscheinlich auf den Radln (dem roten und blauen) mehr Kilometer zurücklegen, als die mit meinem Auto.

Warum 13? Ich sprach bereits vom FC Bayern und dass mein Name Müller ist. Sowohl Gerd als auch Thomas haben in der Nationalmannschaft mit der 13 auf dem Rücken gespielt, leider nie beim FC Bayern. War zu Gerds Zeit die Nummer des Ersatzstürmers, aber wenigstens spielt der Thomas jetzt in Vancouver mit der 13. In Blau. Oder Weiß. Na, wenigstens die Farben unseres Himmels.

Was man sonst noch über mich wissen sollte: Geboren in Pasing, aufgewachsen in Aubing, studiert (Physik) in München und Garching, lebhaft seit 2003 in Gröbenzell, das ich schon in der Kindheit als nahegelegenes Ziel für Radtouren kennenlernen durfte. Damals gab es den Grünen Baum noch, für Erfrischungen mit Limo und Radler.

Beruflich treibe ich mich am Olympiapark herum, da ist das Büro der IDG Tech Media GmbH/ Foundry, die unter anderem das Computerportal macwelt.de betreibt, dessen stellvertretender Chefredakteur ich bin. Ihr wisst schon, Apple, Macintosh, iPhone und so. 

Ich nehme gerne die Herausforderung als einer der Stadtradln-Stars an und werde Euch an dieser Stelle von meinen Erfahrungen berichten. Das rote und das blaue Radl werde ich hoffentlich um die 400 Kilometer weit bewegen, wenn es so läuft wie in den Jahren zuvor. Das rote Auto bleibt weitgehend stehen und wenn es fährt, dann ohne mich.

Schon heute weiß ich, dass der Verzicht auf die Bequemlichkeit, die Schnelligkeit und die Transportfähigkeit an manchen Tagen herausfordernd wird. Aber womöglich finde ich in diesen Situationen Lösungen, an die ich jetzt noch gar nicht denke. 

Der 7. Streich

Mein siebtes „Album“, also die siebte Sammlung von Garagebandgedudel, die ich seit 2020 bei Soundcloud eingestellt habe, musste natürlich „Der 7. Streich“ heißen.

Gerüchte besagen, ich bereite das achte „Album“ unter dem Arbeitstitel „Guten Abend, gute 8“ vor. Aber es muss nicht immer Wortspiel sein …

Der 7. Streich

Rückblick und Ausblick

Im ersten Teil stellen sich die vorherigen sechs Alben retrospektiv vor, der zweite Teil erklärt kurz die Werke des siebten Streiches

Der erste Streich war zur Coronazeit

Ein Protokoll der Einsamkeit

Der zweite Streich war relativ

Die Geschichte war rein fiktiv

Fiese Streiche spielen ist recht schäbig

Knapp daneben zielen endet gerne tödlich

Meiner Streiche Zahl Ist jetzt die sieben 

Habe es selten mal ein wenig übertrieben

Der dritte Streich hat kaum erheitert

Bin da auch gescheit gescheitert

Die vier Jahreszeiten sodann

Hört‘ selbst im Sommer kaum wer an

Fiese Streiche spielen ist recht schäbig

Knapp daneben zielen endet gerne tödlich

Meiner Streiche Zahl ist jetzt die sieben 

Habe es selten mal ein wenig übertrieben

Aufgeben würd‘ ich‘s nie

Geht’s auch zurück in die Dystopie

Turn up the volume, open the throttle

bin Basstölpel und Gitarrentrottel

Fiese Streiche spielen ist recht schäbig

Knapp daneben zielen endet gerne tödlich

Meiner Streiche Zahl ist jetzt die sieben 

Habe es selten mal ein wenig übertrieben

Ein Parsec durch die Leere 

nimmt etwas von der Schwere

Die im Bahndrama wohnt

Vor Enttäuschung bleibt verschont

wer trinkt um Viertel vor Bier 

Auf den Radwegen in Peru

Oder im Winterblues hier

und in diesem X immerzu

Böse Medizin gibt uns nicht wenig

der mörderische Orangenkönig

Wer sich nicht dem Credo beugt

wird zerteilt und im Meer verstreut 

Beinah’ traurig endet das Gedicht

Es liegt allein an mir

An euch da liegt es nicht

auch die Blue Note kann  nichts dafür

Ein Parsec durch die Leere

Fantastische Geschichte aus dem Weltraum

Locker inspiriert von Andy Wiers Roman „Project Hall Mary“ und von Steven Wilsons „The Overview“.

Bin auf unmöglicher Mission

Einer Reise zu den Sternen

Seit vielen Jahren schon

Muss ich täglich Neues lernen

Was ist Rektaszension?

Was ist ein Okular?

Und welche Deklination

Haben wir im Januar?

Aus dem Mittelpunkt der Welt gerückt

Völlig allein im weiten All

Man wird da komplett verrückt

Ich bin es in jedem Fall

Noch ein Parsec durch die Leere

Immer noch nicht weit genug

Je lauter ich mich beschwere 

Umso länger dauert dieser Flug

Die Physik, es sei ihr Dank

Sie hat mich fest im Griff

Immer leerer wird der Tank

Immer schneller fliegt so das Schiff

Was ist Rektaszension?

Was ist ein Okular?

Und welche Deklination

Haben wir im Januar?

Noch ein Parsec durch die Leere

Immer noch nicht weit genug

Je lauter ich mich beschwere 

Umso länger dauert dieser Flug

Bahndrama

Fast schon wohlfeile Klage

Klar, die Bahn hat ihr Eigentümer die letzten 30 Jahre lang sträflich vernachlässigt. Auf den Straßen ist aber nicht viel weniger los und die Verspätungen im Flugverkehr sind manchmal noch krasser. Warum muss dieses Pendeln denn überhaupt sein?

Über eine halbe Stunde zu spät, der Anschlusszug kann nicht warten

Das dritte Mal die Woche schon, dann muss es wohl Mittwoch sein

Mein Mund flucht heftig Worte und zwar die besonders harten

Ich will doch nur zur Arbeit und auch pünktlich heim

Nein, ich glaube doch  keiner Verschwörungstheorie

Für mich sieht es allmählich doch danach aus

Willentlich kaputt gespart von Hörigen der Autoindustrie 

Bleibt dem Bahnfahrer nur noch der Weg ins Autohaus

Der Chef will seine Schäfchen täglich sehen

Weil er ihnen stets misstraut

So kann’s nicht ohne Pendeln gehen

Was mir den ganzen Tag versaut

Also kaufe ich mir das teure E-Mobil, für das Rad ist es doch zu weit

Und siehe da, egal, wann ich fahr: Ich bin noch immer viel zu spät 

So verschwende ich auch im Stau so viel von meiner schönen Zeit

Die, wenn man’s eilig hat,  immer viel zu schnell vergeht.

Der Chef will seine Schäfchen täglich sehen

Weil er ihnen stets misstraut

So kann’s nicht ohne Pendeln gehen

Was mir den ganzen Tag versaut

Du täuschst dich

Anders, als man denkt

Traum eines bindungsunwilligen Machos, aus dem er ziemlich bedröppelt erwacht.

Du hast Dir wohl gedacht

das ist wie füreinander gemacht

Und es auch ewig hält

wir zwei gegen den Rest der Welt

Doch Du täuschst Dich meine Liebe

Ich stille hier nur meine Triebe

Und bleib bei Dir nur kurze Zeit

Lieber allein als mit dir zu zweit

Die Nacht mit dir, die war sehr schön 

doch muss ich leider gehen 

bevor der Hahn am Morgen kräht. 

Komme gerne früh, gehe nicht zu spät.

Hatte Träume, ziemlich wilde, 

war noch nicht mal richtig wach, 

setzte sie mich ins Bilde

als sie diese Worte sprach:

Du sprichst ja wie im Fieber

Und täuschst dich schwer, mein Lieber

Ich bin es, die jetzt geht

Wohin der Wind mich weht

Zu einem, der mich besser sieht

Und vielleicht auch wirklich liebt

Präg dir das bitte ein

Bist bald einsam, nicht nur allein

Viertel vor Bier

Mit ein wenig Suchtpotential

„Kein Bier vor vier – aber in Tokio ist es schon halb fünf“ – „Lieber einen Bauch vom Saufen als einen Buckel vom Arbeiten“ – „Lieber ein stadtbekannter Säufer als ein anonymer Alkoholiker“ – nichts davon ist wirklich lustig, die Droge Alkohol weit gefährlicher, als es ihr gesellschaftlicher Status vermuten lässt. Einerseits braucht es gewiss nicht noch mehr Drogenverharmlosung, andererseits ist es reichlich bigott, im Bierzelt vor berauschtem Publikum gegen Cannabis zu hetzen und den Säufern anschließend zuzuprosten. 

Die 40 Prozent im seinem Whisky, die sind ja nur der Kehrwert

Von den fünf Halben, die er gierig am Abend trank

Da es täglich mehr wird, ist er ziemlich  krank

es ist nicht viertel vor Bier, fünf vor zwölf ist es hier

In Strömen fließt hier Bier und Wein, Wasser, selbst mit Zucker, ist verpönt

Hier kann ein guter Wirt nur sein, wer die Trinker mit Schnaps verwöhnt

Alkohol ist kein Tabu, sie saufen immerzu

es ist nicht viertel vor Bier, fünf vor zwölf ist es hier

Manche Pflanzen wollen sie verbieten

die saufenden, bigotten Nieten

Seien wir einmal ehrlich

Alk ist billig und verdammt gefährlich

Schlimm die Zeit vor dem Weihnachtsmarkt – zum Haareraufen

Seit der Wiesn kaum ein Grund zum  Fressen und Saufen

Alkohol ist kein Tabu, sie saufen immerzu

es ist nicht viertel vor Bier, fünf vor zwölf ist es hier

Manche Pflanzen wollen sie verbieten

diese saufenden, bigotten Nieten

Seien wir einmal ehrlich

Alk ist billig und verdammt gefährlich

Kampftrinker ist kein Lebenszweck

Wollte ich auch niemals sein

Dennoch: der Sprit muss weg

Das Bier, der Schnaps, der Wein

Manche Pflanzen wollen sie verbieten

diese saufenden, bigotten Nieten

Seien wir einmal ehrlich

Alk ist billig und verdammt gefährlich

Radwege in Peru

Entwicklungshilfe und Klimaschutz verstehen Leute komplett falsch

Das meiste Geld, das aus Deutschland in diverse Projekte zur wirtschaftlichen Entwicklung und zum Klimaschutz fließt, kommt mit hoher Rendite zurück, früher oder später. 

Sagst: „Sie nehmen uns unser Geld!

Wir verschicken‘s gern in alle Welt!“

Oh, Mann! Das sind doch Kredite

Die kommen zurück mit Rendite

Ich muss dich verlassen

wie kannst du nur so hassen?

Du schimpfst immerzu

auf Radwege in Peru

Ja, die Schienen sind marode

Das ist Schwarze-Null-Methode

Sparen um des Sparens Willen

Die Zukunft so verspielen

Kannst mich gar nicht mehr verstehen

Deshalb werde ich jetzt gehen

Nicht einmal hörst du mir zu

Schimpfst nur über Radwege in Peru

„Wenn die nur rumlungern und klau‘n

Sollen Sie verhungern, kein Bedauern“

Im Diffamieren bist du gut

Hast kein Hirn, nur noch blanke Wut

Kannst mich gar nicht mehr verstehen

Deshalb werde ich jetzt gehen

Nicht einmal hörst du mir zu

Schimpfst nur über Radwege in Peru

Hast auch keine Ahnung von Kohle und  Atom

So hasst du  jeden grünen Strom

Denn in deiner Dämlichkeit

Stört ein Windrad die Bequemlichkeit 

Kannst mich gar nicht mehr verstehen

Deshalb werde ich jetzt gehen

Nicht einmal hörst du mir zu

Schimpfst nur über Radwege in Peru

Winterblues

Lied vom Leid – aus der Kälte und der Dunkelheit

Der Winterblues hat seine Saison von Ende Oktober bis etwa Ende März. Im Gegensatz zu einer Depression, die mit Medikamenten und professioneller Therapie zu behandeln ist, schleicht sich der Winterblues bei Bewegung an der frischen Luft oder dem Einsatz von zwei leicht verzerrten Gitarren.

Der Morgen war so hell als ob‘s noch Sommer wär

Die Straßen des Ortes so früh noch menschenleer

Ich genoss den Sonntagmorgen war fröhlich wie verrückt

Doch dann wurde es früh dunkel, denn die Uhr war zurück gestellt

Ich mag sie nicht, des Herbstes Stürme

Ob ich heuer vor ihnen türme?

In den Süden, nochmal Sonne tanken

Ach nein – ich flieh‘ nur im Gedanken.

Zu meinem Leid 

ist es nun soweit

Schon wieder 

fünf Monate Dunkelheit

Ganz ohne Illusion

es ist keine Depression

Nur ein Winterblues

lange kenn ich den schon

Ganz einfach nur Winterblues

In diesem X

Alle unter falschen Namen

Asoziale Medien sollte man sie nennen: Von russischen Trollen und gierigen Bots überflutet, beste Plattformen für Desinformation und Betrug. Womöglich werden sich schon bald nur noch KI-Bots mit KI-Lesern streiten – das echte Leben ist wo anders und wir schauen nur noch angewidert dem tumben Treiben zu.

In meinem Leben herrscht ständig Flaute

Doch in diesem X bin ich populär

weil ich dort ungestraft behaupte

dass ich jemand anders wär.

Meist bin ich dort der große Held 

und wenn auch manche sagen 

dass ich für ein klein wenig Geld. 

werd zum Troll von Putins Gnaden.

In diesen wilden Zeiten 

muss nicht nur ich

verdeckt arbeiten

Im Zeitalter der Desinformation

da bin ich gern

der Wahrheit Substitution

Mal schocke ich als Kläger 

und betrüge mit nem Trick. 

Gib dann den heißen Feger

verspreche Liebesglück

Gib dir Nachrichten aus Politik und Sport

Ohne ihren Kern und ohne Magie 

schreibe  ich Artikel im Akkord 

Ich bin ja nur eine KI

Lüg euch das Blau vom Himmel herunter

so unterschätzt Ihr die Gefahr

So manche Orte gehn schon unter. 

Die Katastrophe ist längst da.

In diesen wilden Zeiten 

muss nicht nur ich

verdeckt arbeiten

Sie hatten mich gewarnt

doch oh Schreck, ich bin enttarnt

verliere ich der Maske Schutz 

sehen alle: Ich bin zu nichts nutz

Böse Medizin

Im Irrenhaus gefangen

In manchen Unternehmen fühlt man sich so, als sei man mit Verrückten gefangen. Und damit meine ich nicht psychiatrische Kliniken. Wie mag das erst den wenigen Mitarbeitenden in Pennsylvania Avenue 1600 gehen, die noch bei Sinn, Verstand und Anstand sind? Gibt es die überhaupt noch oder haben die Psychopathen komplett übernommen?

Fühle mich wie in der Proktologie

Hab‘s ständig mit Arschlöchern zu tun

Oder ist‘s eher die Psychatrie

Denn hier rennen nur Borderliner rum

Es ist ein Graus

in diesem Haus

ich muss wieder raus

aus dem Horror-Haus

Sie denken nur, sie hätten einen Plan

Hier herrscht Chaos und Zerstörungswut

Ich seh‘s mir nicht mehr lange an

Sonst endet’s für mich nicht gut

Es ist ein Graus

in diesem Haus

ich muss wieder raus

aus dem Horror-Haus

Wer ließ die überhaupt hier rein?

warum muss grade ich Rede und Antwort stehen?

Interessiert hier noch irgendein Schwein

welche Verbrechen sie in diesem Haus begehen?

Als wär das ganze Jahr lang Halloween

Sind sie schrecklich und auch hohl

Sie sind nur böse Medizin

Schädlich, und nicht wirkungsvoll

Es ist ein Graus

in diesem Haus

ich muss wieder raus

aus dem Horror-Haus

Ich mal überzeugt

von ihren Thesen

Hatte mich gebeugt

vor dem großen Wesen

Sehe – reichlich spät – aber nun

Es ist nur billiger Schein

Hat mit Realität nichts zu tun

Ich will hier raus und nicht mehr rein

Orangenkönig

Fortsetzung erfolgt

Der Text spricht für sich, Blues legt sich nieder auf das Land.

Im Reich des Orangenkönigs

zählt die Wahrheit nur noch wenig

Und die Lüge bekommt Flügel

’ne Bande Oligarchen

Mit ’nem Kryptoanarchen

Hält nun straff die Zügel

Im Reich des Orangenkönigs

Sagt Justitia nur noch wenig

Es gilt des Stärkeren Recht

Diskreditiert die Richter

Eingesperrt die Dichter

Gibt es nur noch ein Geschlecht

Hier sagt ein jeder, was der König denkt

Und beugt sich seiner Macht

Den Treuen werden Lehen geschenkt

Alle anderen werden weggebracht

Bösartig ist’s wie er handelt

Kennt keine Anständigkeit

Und alles was da auf Erden wandelt

Huldigt seiner Eitelkeit

Im Reich des Orangenkönigs

Zählt Wissen nur noch wenig

Es gilt nur noch, was er sagt

Die Presse, zum Schweigen verdammt

Und im ganzen Land

werden Doktoren gejagt

Es wird dir nichts passieren

Wenn du sein Spiel mitspielst

Wirst aber alles verlieren

Wenn du nach höherem zielst

Wenn er sagt, der Himmel ist nicht blau

Sondern strahlt in stolzem Rot

Dann weißt du doch genau

Ein Widerwort – und du bist tot

Im Reich des Orangenkönigs

Fragt man sich allmählich

Ob er’s nicht übertreibt

Mit seinem blanken Hohn

Wenn dann die Nation

nicht mehr Weltmacht bleibt

Credo

Von Gläubigen und Ungläubigen

Nationalchristliche Evangelikale aus Fly-over-Land sind keine guten Menschen, sondern bösartige Ideologen, die sich an sich sehr gut mit Wahabiten, Taliban und anderen Radikalen bestens verstehen würden, wären sie nicht allesamt borniert und überzeugt, dass es nur einen wahren Glauben gäbe. Besser als Glauben war aber schon immer Wissen.

Magst mich ungläubig nennen

Werd mich gern dazu bekennen

Ich glaube nicht, ich will verstehen

Beweise hören und auch sehen

Doch du willst, dass die nicht am Leben bleiben

Die Euren Glauben niemals teilen

An einen Gott, der zornig ist und unfair

An den glaubt doch sonst niemand mehr

Steinigen wär dir fast zu wenig

Beugt sich wer wer nicht deinem  König

Der doch nur ein Verbrecher ist

Du bist ein Mörder und kein Christ

Von eurer Mörderbande hab’ nicht nur ich längst genug

Gesetze macht ein Parlament – kein 2000 Jahre altes Buch

aus dem ihr ohnehin nur den Hass zitiert

Das mit Vergebung habt ihr nie kapiert

Aus dem Migranten wird ein Sklave

Das ist seine Strafe

Für die Armut, in der er lebt

Die ihr fördert und nicht behebt

Steinigen wär dir fast zu wenig

Beugt sich wer wer nicht deinem  König

Der doch nur ein Verbrecher ist

Du bist ein Mörder und kein Christ

Es liegt allein an mir

Verdammt viel Blues

Wie aus dem Leben erzählt, wenn auch aus einem anderen. Selbst wenn man in den richtigen Armen landet, glauben manche, sie seien in einer falschen Zeitlinie gefangen.

In den Herzensraum, den ich einst versprach

Zog längst eine andere ein

Am Tag, als das Herz mir brach

Wollt’ ich mit mir alleine sein

Gehst mir nicht mehr aus dem Sinn

Kannst nichts dafür

dass ich so traurig bin

Gehst mir nicht mehr aus dem Sinn

Kannst nichts dafür

das liegt allein an mir

Es ist nicht schön für die

Mit der ich jetzt zusammen bin

Doch vergleich ich immer sie

mit dem, was mir entging

Gehst mir nicht mehr aus dem Sinn

Kannst nichts dafür

dass ich so traurig bin

Gehst mir nicht mehr aus dem Sinn

Kannst nichts dafür

das liegt allein an mir

Du bist schon lang Geschichte

Doch schreibe ich noch heut Gedichte

Die – Du weißt‘s bestimmt – für Dich nur sind

Ich bleib doch lieber abstrakt

Denn wenn den Code mal wer knackt

Und dich zerrt ins Licht

Kann ich nur lügen: die da war es nicht

Sie spürt oft meinen Kummer

Und hält mich dann warm

In tiefstem Schlummer

Schmiegt sie sich in meinen Arm

Und wenn sich mich dann fragt

Wo das Herz mir steht

ob mich das immer noch plagt

und ob das je vergeht

Sie geht mir nicht mehr aus dem Sinn

du kannst nichts dafür

dass ich so traurig bin

Sie geht mir nicht mehr aus dem Sinn

Kannst nichts dafür

das liegt allein an mir

Ending on a Blue Note 

Obligatorische Sonate

Was ist das Gegenteil einer Ouvertüre? Ein Postludium gibt es nur im sakralen Zusammenhang, der Begriff der Underture ist auch schon belegt. Beende wir den siebten Streich einfach auf einer Blue Note, nach bittersüßen und auch optimistischen Klängen. 

Basstölpel und Gitarrentrottel

Seitdem mir an der Nordsee erstmals der Vogel namens Basstölpel gewahr wurde, wollte ich ein Album mit dem Titel „Basstölpel und Gitarrentrottel“ machen. Fehlte nur der Titel-Track, aber mit ein bisschen Selbstironie ist das gelungen. Es gibt hier aber noch mehr zu hören als nur schlechte Witze über gefährdete Vogelarten.

Fünf Elefanten

Ein erfundenes Drama mit Geschichten aus der Geschichte

Der Elefant, so die Legende, hat ein gutes Gedächtnis. Wenn das der Menschheit nicht mal zum Verhängnis wird! Denn obwohl es das größte Landtier ist, welches die aggressive Spezies Homo sapiens hat leben lassen, war sie nicht sehr freundlich zu ihr. Die Geschichte erzählt von vier Elefantenschicksalen und einem fünften, der ein gutes Gedächtnis hat – was ihm selbst gerne zum Verhängnis wird.


Tuffi wollte über die Wupper nicht
So sprang sie aus der Schwebebahn
Die hielt zwar locker ihr Gewicht
Sie bevorzugt des Flusses Schlamm

Der Kalif Harun-al-Raschid
besuchte Kaiser Karl den Großen
und brachte ihm ’nen Elefanten mit
einen ganz famosen

Hab das  Gedächtnis eines Elefanten
Sagen Freunde und alle Verwandten
Dich gekannt zu haben kann ich nur bereuen
Was du mir angetan kann ich nicht verzeihen

Einst schleppte er durch den Wald das Holz
Das tat er aus freien Stücken
Heute verkauft er seinen letzten Stolz
an die Touristen auf seinem Rücken

Wurde erschossen nur der Zähne wegen
Nicht nur vom Pianisten heiß begehrt
Doch der Naturschutz ist ihm ein Segen
auch wenn er sich ungestört vermehrt

Hab das  Gedächtnis eines Elefanten
Sagen Freunde und alle Verwandten
Dich gekannt zu haben kann ich nur bereuen
Was du mir angetan kann ich nicht verzeihen

Ich dachte: Jetzt oder nie
So hab ich dir den Antrag gemacht
Aber wie ich so vor dir knie
Hast du mich schallend ausgelacht

Basstölpel und Gitarrentrottel

Ein Art von Selbstportrait

Der Basstölpel ist an sich ein ganz normaler Vogel, der gerne in windumtosten Felsen haust. Für seinen Namen kann er nichts – und auch nichts dafür, dass der Gitarrentrottel ihn hier verwendet.

Mal ist‘s Last, mal ist‘s Segen
Um nen dummen Spruch bin ich nie verlegen
Zu meiner Freude lacht immer wer
Und fragt sich: Wo holt er den jetzt her?

Mal ist der Witz recht hintersinnig
das ist genau mein Ding, ja so bin ich
Mal bleibt es flach und banal
Hab dumme Sprüche in großer Zahl

Bin ein Basstölpel und Gitarrentrottel
Als solcher weit und breit bekannt
Auch wenn ich ausseh’ wie der letzte Zottel
So bin ich doch charmant

Was mein Lieblingswitz denn sei?
Kann‘s nicht sagen, denn ich bin dabei …
… immer nur spontan und von allem inspiriert
Was rundherum dir und mir passiert

Wenn‘s denn mal heißt „Wie ist die Lage?“
Verstehe ich doch kaum die Frage
Ist‘s denn hoffnungslos, ernst sogar?
Ein letzter Spruch, denn es ist doch wahr:

Bin ein Basstölpel und Gitarrentrottel
Und erzähle dir Geschichten
Auch wenn ich ausseh’ wie der letzte Zottel
Kann ich Reimen und auch dichten

Gewiss, die Zeiten, die sind schwierig
die Mächtigen humorlos, ja, das kapier ich
Mach weiter meine Witze, wie kann das sein?
Nun, den Clown, sperren sie mit als letzten ein

Bin ein Basstölpel und Gitarrentrottel
Einer unter vielen
Auch wenn ich ausseh’ wie der letzte Zottel
will ich einfach nur spielen

Akronyme für Dich

Ein zorniger Aufschrei

Diese drei Buchstaben kann man auf vielerlei Weise interpretieren. Die Band, die sie für ihren Namen heranzog, ist vieles, aber gewiss niemals eine Alternative.

Arschkrampen, fette Demagogen
Asoziale, faule Dummköpfe
Arglistige, fiese Dildos
Aber niemals eine Alternative

Alberne fürchten Demokratie
Aberwitzig fortwährende Debatten
Artverwandte, faschistische Deppen
Aber niemals eine Alternative

Ihr seid des Geistes tiefste Tiefe
Hetzer und Lügner – keine Alternative

Altnazis ficken Dich
Alpträume fordern Diktatur
Abschaum für Deutschland
Aber niemals eine Alternative

Ihr seid des Geistes tiefste Tiefe
Hetzer und Lügner – keine Alternative

Besuch aus dem All

Eine Science Fiction

Jene Bande ist der Ansicht, nur sie könne das Land und den gesamten Westen vor dem Untergang bewahren. Das Gegenteil hat einen gewissen Charme: Der Untergang des Westens würde uns vor diesem Pack bewahren. Soweit darf es nicht kommen. Wenigstens scheinen die Außerirdischen beschlossen zu haben, uns keine Aufwartung zu machen. Wir sind ihnen zu primitiv.

Der blaue Planet hier, der ist ja bewohnt
Stabile Bahn – das macht der große Mond
Kosmische Intelligenz haben sie allenfalls versteckt
Immerhin – Radiowellen haben sie schon entdeckt

Wie wir gehen sie auf zwei Beinen und Füßen
Werden sie dennoch nicht begrüßen
Nutzen zwar zwei Arme doch hinter der Stirn
Haben sie praktisch keinen Grips im Hirn

Wir zögern mit unserem Besuch
Solche Primitivlinge kennen wir genug

Wie war das zuletzt auf dem Planeten Erde?
Hofften noch, dass das noch werde
Aber so waren sie, die Menschen, böse und aggressiv
Legten alles in Schutt und Asche, sie waren halt primitiv

So verweigern wir hier unseren Besuch
Primitivlinge wie die kennen wir genug

Schuld und Sühne

Eine Politgroteske mit Rap

Auch so ein höchst primitiver Take: Eine bestimmte Gruppe wie Migranten oder eine Partei wie die Grünen für alle Missstände verantwortlich zu machen. Sie als Ideologen zu schmähen, weil man selbst keine Ideen hat. Ist wesentlich einfacher, als das Wahlvolk darüber aufzuklären, dass gewisse Zeiten vorbei sind und wir vor ganz anderen Herausforderungen stehen.

Darf nichtmal spazieren in den Dünen
Schuld daran sind nur die Grünen
Sagen, das dient dem Schutz der Küsten
Ich trample weiter – wenn die nur wüssten!

Hochwasser lässt Schuld nun sühnen
Doch schuld daran – ja, genau – sind die Grünen
Denn hätten weiter die Energie vom Atom
Obwohl – es heizt kaum jemand mit Strom

Wenn einer mit dem Messer sticht
Ein hier geborener Bösewicht
Schreie ich, so laut ich kann:
Die Grünen sind schuld daran!

Der Exporteur geht pleite, keiner will Verbrenner mehr
Wer Schuld dran ist? Ich bitte sehr!
Der Grüne fährt ganz lässig sein Elektromobil
Solarstrom vom Dach kostet ihm nicht viel

Die Sache mit der Wärmepumpe
die ist mir ja völlig wumpe
Verbrennen von Öl und Gas
macht unsereins doch so viel Spaß

Wenn einer mit dem Messer sticht
Ein zugezogener Bösewicht
Schreie ich, so laut ich kann:
Die Grünen sind schuld daran!

Niemand investiert Milliarden in diesem Land
Wer schuld dran ist, liegt auf der Hand

Die, die immer alles zerreden
Nur andere die Schuld dran geben
Ablenken vom eigenen Versagen
Laut jammern und Klagen
Und keine eigenen Ideen haben
Die müssen freilich sagen
Das seien doch Ideologen
Sind langhaarig und verschroben
Mit denen ist kein Staat zu machen
Die wollen da ganz andere Sachen
Das Klima geht ihnen am Arsch vorbei
Demographischer Wandel ist ihnen einerlei
Sie wettern nur auf Wahlkampfbühnen
Schuld an allem sind die Grünen!

Fünf Phasen

Eine Psychologie der Trennung

Nicht nur, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sondern auch, wenn wir schlicht verlassen werden: Wir streiten zunächst die Realität ab. Dann wollen wir verhandeln. Es folgt die Wut, die man doch besser überspringen sollte. Selbstmitleid ist auch noch eine dieser fünf Phasen, durch die man gehen muss – die letzte ist die Akzeptanz.

Jetzt red doch keinen Stuss
Du machst niemals mit mir Schluss
Wir haben Differenzen, klar
Aber das ist doch nicht wahr
Stellst deine Koffer auf den Flur
Schaust nervös auf deine Uhr
Gehst weg ohne einen Gruß
Jetzt mach doch keinen Stuss

Schau mich wenigstens mal an
Bin immer noch dein Mann
Werd mich bessern, werd‘s probieren
Deinen Kummer nicht mehr ignorieren
Bleib doch bitte hier
Versuchs nochmal mit mir
Ich werd tun, was ich kann
Schau mich wenigstens mal an

Ich kann und will es nicht verstehen
Doch muss ich durch fünf Phasen gehen
Es wäre aber gut
Überspränge ich die Wut
Denn die wird ihr nicht gerecht
Es war ja nicht alles schlecht

Warum muss immer mir das passieren
Kann nie gewinnen. Darf nur verlieren
Und hab ich dann doch mal etwas Glück
Ist schnell vorbei und ich muss zurück
In das Elend das mein Herz umgibt
Ich war doch so sehr in dich verliebt
Ich kann und will es nicht kapieren
Warum muss immer mir das passieren?

Ich kann und will es nicht verstehen
Doch muss ich durch fünf Phasen gehen
Es wäre aber gut
Überspränge ich die Wut
Denn die wird ihr nicht gerecht
Es war ja nicht alles schlecht

Okay, ich habe es jetzt auch verstanden
Uns kam da was abhanden
Das uns jahrelang zusammenhielt
Und das es jetzt schlicht nicht mehr gibt
Es ist für uns beide besser so
Wir finden das bald anderswo
Ich sag es Familie, Freunden und Bekannten
Denn ich habe es nun verstanden

Chess

Eine Hommage an ein königliches Spiel

Schach ist ein Jahrtausende altes Kriegsspiel, das nach strengen Regeln abläuft. Weder im Krieg noch in der Liebe ist alles erlaubt … und am Ende des Spiels muss man sich immer fragen, ob die Welt noch die selbe ist.

He was a pawn
But after dawn
He turned into a knight
Attacking bishops, dark and light

She has always been
A white or black queen
Threatened by a rook
A knight was that she took

One night he’ll be king
left alone on his wing
must wait until dawn
for the return of the pawn

Throwing out a mating net
was the chance I had
bishop was really keen
on sacrificing the queen

Lying in his bed
The king was dead
She came too late
To avoid check mate

The bishop didn’t stop
And the knight shone bright
They fought back
A terrible attack

You‘ll never share
Your position on one square
The king might bless
The royal game of chess

And at the end of the game
the world wasn’t the same
but who is to blame
that we’ve all gone insane?

Long Time No See

Eine Erinnerung

Wie lang arbeite ich jetzt schon an dieser kleinen Fantasie? Fast so lange, wie ich manche Leute nicht gesehen habe oder gar noch länger? Niemals wird das Stück fertig sein, jedesmal, wenn ich es spiele, schreibe ich es neu, voller Erinnerungen.

An den Augen

Ein Was-wäre-gewesen-wenn

Und dann trifft man jemanden von früher tatsächlich wieder. Fantasie bleibt Fantasie, die Realität steckt immer zurück.

An den Augen wieder erkannt
Haben uns damals so auserkoren
Einst viel zu viel voneinander verlangt,
haben wir uns aus den Augen verloren

Nach so vielen langen Jahren
kehrt der Zauber plötzlich wieder
Die Romane, die einst waren
Sind heute nur noch kurze Lieder

Versuchen wir‘s nochmal?
Oder bleiben wir im Gestern verhaftet
Wär das groß oder doch fatal
Wenn man’s von außen betrachtet

Wir gingen beide unsrer Wege
Du mit Mann ich mit Frau
Aber ja, ich überlege
Sobald ich in deine Augen schau

Wär das mit uns gut gegangen?
Diese Frage bleibt offen
Sie stillt mein Verlangen
Ich hab’s mit ihr sehr gut getroffen

Wir versuchen‘s nicht nochmal
Wir träumen nur in der Nacht
Es wär‘ ja auch fatal
Hätten wir das Ganze nochmal gemacht

In the Realm of the Orange King

Eine sprachlose Klage

Manchmal bleiben einfach die Worte weg. Nach der Sprachlosigkeit wird es eine Fortsetzung geben, versprochen.

Bald schöner als in Spanien

Eine Nah-Urlaubs-Erfahrung

Wird Reisen in Europa wieder teurer und komplizierter? Will man es aus unterschiedlichen Gründen lieber ganz sein lassen? Spanien ist schön, Italien womöglich noch schöner und wo es am schönsten ist, will ich auch gerne mal wieder hin. Aber nicht dreimal im Jahr. Daheim ist es vielleicht am allerschönsten – aber nur, wenn man sicher ist, es gibt mehr als nur das Altbekannte. Ich finde ich es auch in der Umgebung der Veloziped.

Ich brauch keinen Urlaub in Spanien
Genieß es hier im Schatten von Kastanien
Muss nicht fliegen nach Valencia
Denn ich bin mit dem Rad schnell da

Stell mich nicht in den Stau gen Italien
Bekomm auch hier mediterrane Fressalien
Vermisse nicht einmal den Chianti-Wein
Der aus Franken schmeckt auch recht fein

Ne Reise nach Hamburg, die ist kein Muss
Denn die Würm ist auch ein hübscher Fluss
Ja, sicher, die ist nicht dasselbe
Wie die breite, tiefe Elbe

Doch rieche ich am Wehr ihre sanfte Gischt
Hat mich das Meer olfaktorisch voll erwischt

Bei Maisach blühte gestern rot der Klee
Heute radle ich an den Ammersee
Vor Eching brennen mir die Waden
Werd daher im See kühl baden

Und noch vor der Heimkehr
geht es in die Aubinger Einkehr
Unter hiesigen Kastanien
Ist bald schöner als in Spanien

Ne Reise nach Paris, die ist kein Muss
Denn die Würm ist auch ein hübscher Fluss
Ja, das habe schon gesehen
Dieser Bach ist nicht die Seine

Doch rieche ich am Wehr ihre sanfte Gischt
Hat mich das Meer olfaktorisch voll erwischt

Wird der Sommer wird heiß und nass
Hab ich dennoch meinen Spaß

Atomfrieden

Eine realistische Dystopie mit ein wenig Irrealis am Schluss

Stimmt das mit der Theorie, dass ein Land, das über Kernspaltungswaffen verfügt, nicht angreift? Wenn ja, wäre es eine Friedensmaßnahme. Sicher stimmt, dass Länder, die über Kernspaltungswaffen verfügen, andere Länder angreifen. Dagegen kann, dagegen muss man sich wehren. Aus dieser Wehrhaftigkeit entsteht eben kein Atomkrieg, der Atomfrieden ist ein Antagonist.

Ein helles Licht – ich hab‘s gesehen
Lass uns in den Luftschutzbunker gehen
Bevor uns der Sturm verweht
Kein Stein mehr auf dem andern steht

Bomben hier, Raketen da
Nichts ist mehr wie es war
Die Gefahr unterschätzt
Dass wer Grenzen verletzt

Wer sich wehrt, lebt nicht verkehrt
Eigentlich ist es umgekehrt
Die da blöd von Frieden schwafeln
Gönnen nur dem Feind die Waffen

Wollen uns aus der Welt
Weil’s dem bösen Nachbarn nicht gefällt
Wie wir handeln, wie wir leben
Und auch wohin wir streben

Im Hagel von Bomben und Raketen
bleibt manchen nur das Beten
zu einem Gott, den es hier nicht gibt
der allenfalls die Feinde liebt

Halten keine andere Wange hin
Schätzt man uns noch so gering
Bleiben wir wehrhaft
Lieber tot als versklavt

Werden weiter laut schreien
uns von allem befreien
das uns vernichten will
Es steht alles auf dem Spiel

Werden den Kugeln ausweichen
Tanzend zwischen Birken und Eichen
Das Stakkato einer Knarre
bekommt Antwort von ‚ner verzerrter Gitarre

Cold Drink Heart

Eine medizinische Betrachtung von Herzschmerz

Ich habe es nicht glauben können, bis ich es las: Sehr kalte Getränke können in einem von Hitze und Anstrengung gestressten Körper unter Umständen Vorhofflimmern auslösen. Gibt aber noch andere Gründe für dieses ungesunde Stolpern – eiskalte Herzen etwa.

We had good times, don’t you know
She was the one who decided to go
I was shocked and deeply hurt
‚cause she left without a word
no last kiss, not even a talk
no last dance, and no last walk

Time by time I see her walking by
Can’t avoid it, I’m gonna cry
and then my heart misses a beat
and I got swept off my feet
my blood pressure is on the rise
like a rocket in disguise

When the doctor wants to see me
That’s where I should be
checking my general condition
and my terrible vision
I knew it from the start
I got a cold drink heart
when blood freezes the vein
I’ll get afib again

Doctor said: get rid of pain’s source
with all of your remaining force
Kill what causes your pain
But I’d tell him never her name
Doctor, pour me a magic drop
So this nightmare could stop

When the doctor wants to see me
That’s where I should be
checking my condition
and my terrible vision
I knew it from the start
I got a cold drink heart
when blood freezes the vein
I’ll get afib again

I was working outside all day long
and it was so damn hot
and when I finally got back home
you may believe it or not
when I had an ice cold drink
bent over the kitchen sink
was so refreshing but then
I got my afib again

When the doctor wants to see me
That’s where I should be
checking my condition
and my terrible vision
I knew it from the start
I got a cold drink heart
when blood freezes the vein
I’ll get afib again

Death Clock

Ein Mittelfinger für den Boandlkramer

Da will tatsächlich eine App vorhersagen, wie lange ihre Nutzerschaft noch zu leben hat – basierend auf Alter, Gewicht, Vorerkrankungen, Lebensumstände. Keine Frage – mehr Bewegung und weniger schädliche Genussmittel versprechen ein paar Stunden mehr auf der Lebensuhr. Macht nicht immer Spaß – und am Ende kriegt er uns doch. Wann, das weiß nur er.

Die Todesuhr, sie tickt schon
Seit dem Tag der Geburt
Mal läuft sie Marathon
Mal ist’s nur ein kurzer Spurt

Die Stunde ist nicht gewiss
Wann sie abläuft, deine Zeit
Ohne Frage, sicher ist
Dass er selbst dich mal ereilt

Der grimme Schnitter mit seiner Sense
Kennt keine Gnade, kennt nur das Ende
Man nennt ihn Gevatter, man nennt in Hein
Wenn er kommt, wird’s das Ende sein

Von der Wiege bis zur Bahre
Vergehen oft so viele Jahre
In denen sich’s zu Leben lohnt

Lässt das Rauchen also sein
Versagst dir gar das Gläschen Wein
Weil das die Gesundheit schont

Wirst zum Pflanzenesser
Lebst so länger, doch auch besser?
kann man das vergnüglich nennen?

Hörst was von live fast, die young
Und all den anderen Schmarrn
Die Kerze will an beiden Enden brennen

Du willst von seiner Liste
Bettelst um ein wenig mehr Zeit
Doch ab geht‘s in die Kiste
Bist nicht davor gefeit

Denn du bist zur falschen Zeit
Einfach nur am falschen Ort
Und er, er ist stets bereit
Nimmt dich mit sich fort

Der grimme Schnitter mit seiner Sense
Kennt keine Gnade, kennt nur das Ende
Man nennt ihn Gevatter, man nennt in Hein
Wenn er kommt, wird’s das Ende sein

Vor dem Ende hat ein jeder Angst
Das lässt sich kaum vermeiden
Wie sehr du auch hoffst und bangst
Wirst nicht ewig am Leben bleiben

Ob die Kerze nur glimmt
Oder ob hell sie brennt
Wenn alles bei dir stimmt
Was man so im Leben kennt

Verliert er seinen Schrecken
Kommt er durch das große Tor
Kannst dich zwar nicht verstecken
Aber es gibt ein Leben davor