Mit Freude sehe ich, wenn immer mehr Leute mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren. Weniger erfreulich ist für mich ist dann aber, dass schon vor 9 Uhr keiner der Fahrradständer am OBC mehr einen Platz frei hat. Bei den Stadtwerken München fangen sie offenbar früh an.
Um das Bürogebäude, in dessen fünften Stock mein Arbeitsplatz auf mich wartet, gibt es drei Abstellflächen, an denen man die Radl am Rahmen an einen Metallbügel anschließen kann. Eines rechts, eines links, ergibt insgesamt ungefähr 100 Gelegenheiten. Daneben ist auch noch Platz, das Radl auf den Ständer zu stellen und am Hinterreifen abzuschließen. Könnte weggetragen werden, ist mir daher nicht immer geheuer.
Also ab in die Tiefgarage – der Fahrradkeller ist auch schon gut belegt. Hierbei handelt es sich um drei zweistöckige Anlagen, in den man das Rad in eine Schiene schiebt und das Vorderrad zwischen zwei Bügeln zum Halt kommt. Anschließen kann man das Rad mit dem Rahmen an einem weiteren, seitlichen Bügel, der mit Kunststoff überzogen ist, damit der Lack der Strampelmaschine keinen Schaden nimmt.
Mein Vorderreifen ist zu dick für diese Anlage, es musste mal wieder das Mountainbike sein. Gut, dann stelle ich es eben in der Ecke ab und sichere es mit dem Bügelschloss am Hinterreifen. An sich unnötig, in die Tiefgarage und in den Keller kommt man nur mit einer Zugangskarte oder als angemeldeter Gast. Radler beklauen untereinander nur selten und falls doch, sind die Verdächtigen mindestens 1,90 m groß, andere kommen gar nicht auf mein Bike.
Mit dem bin ich in der Früh natürlich wieder einen Umweg gefahren, einen kleinen, muss ja ins Büro. Auf dem Rückweg gönnte ich eine Tour am Allacher Rangierbahnhof vorbei. Ein schöner, gekiester Radweg, mit etlichen kleinen Steigungen, die sich auf die wenigen Kilometer dann doch auf 50 Höhenmeter oder gar etwas mehr summieren – habe nicht so genau gemessen.
Den Weg kann ich an sich nur mit dem Mountainbike fahren. Nicht wegen der lächerlichen Höhenunterschiede, sondern wegen des Untergrundes. Mit den dünnen Reifen eines Stadtrades käme man in teils tiefem Kies schwer ins Schwimmen, oder in einer von fließendem Wasser in den Untergrund geschnittenen Rillen zum Sturz. Ich kenne die Strecke noch aus meiner Studienzeit, in einigen Sommern bin ich auf dem Weg von Aubing nach Garching dort öfter vorbei gefahren.
Nicht jeden Tag hatte ich mich die 35 Kilometer einfach in die Uni und später ins Institut aufgemacht, aber ein jeder dieser Tage war ein wahres Vergnügen. Ich bin heute aber ganz zufrieden, dass es heute nur grob 15 Kilometer bis zum Arbeitsplatz sind. Da nimmt man gerne mal Umwege, wenn das Wetter passt und die Zeit dafür ist.
Stadtradelnkilometer bisher: 318,3
Gesamtkilometer bisher: 2.400

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