Lila Regen

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Ich habe gegen 8 Uhr dann doch noch umdisponiert und aus einem geplanten Bürotag einen im Homeoffice gemacht – Donnerstag und Freitag mache ich dann die Drei-Tage-Woche im Büro komplett. An zwei Tagen in der Woche darf ich daheim arbeiten. 

Zwei Gründe für die Planänderung: Schon gestern Abend hatte der Deutsche Wetterdienst vor schwere Gewittern in Gröbenzell gewarnt, die ab 6 Uhr niedergehen könnten. Tatsächlich war es noch recht ruhig und trocken um die Uhrzeit, ein Blick auf das Regenradar ließ aber ahnen, dass das nicht mehr so lange der Fall sein würde.

Dem Radeln durch den Regen wollte ich zwar ein Kapitel widmen, wie es aussieht, habe ich aber bis auf weiteres die Chance verpasst durch den Regen zu strampeln und darüber zu berichten. Man sehe es mir nach: in der Prognose und dann später in der Realität war der Regen Lila.

Natürlich nicht buchstäblich, aber Wetterkarten benutzen Farbcodierungen für skalare Werte wie die Temperatur und die Niederschlagsmenge. Blau bedeutet, ab und an einen Tropfen zu spüren, Grün leichten Niesel, über Gelb und Orange wird der Regen immer mehr und der Radler nach immer weniger Kilometern nass bis auf die Haut. Wenn der Regen aber Lila ist, dann besteht keine Chance mehr, sicher voranzukommen. In Zeiten des Klimawandels reichen die bisherigen Skalen nicht mehr aus, noch stärkerer Regen als der in Lila wird in Grau codiert.

Vielleicht hätte ich es geschafft, noch vor dem Wolkenbruch halbwegs trocken im Büro anzukommen. Ich nutze dort einen Fahrradkeller, eine Umkleide und zur Not noch eine warme Dusche. Gestern beim Arzt hieß es aber, nach der Impfung (Tetanusauffrischung) sollte ich mich noch einen oder gar zwei Tage schonen und keinen zu intensiven Sport betreiben. Das wäre der Schlussspurt gegen den lila Regen aber gewiss geworden. 

Ich vertrage Impfungen im Allgemeinen ganz gut, im Speziellen hatte ich mit der Tetanolspritze auch kein Problem. Eine leichte Müdigkeit verspürte ich dennoch bei der Arbeit im Homeoffice, war vielleicht keine so schlechte Idee, daheim zu bleiben.

Das Kilometertagebuch und der Blog müssen jedoch gefüllt werden. Also abends noch eine kleine Runde gedreht, zur Fotobude, die Anmeldung für die Hofflohmärkte abgeben und dann noch zum Weinhändler. 

Ich war gespannt, wie ich den Karton Primitivo Rosé heim bringen würde. Ist die Fahrradtasche geräumig genug? Müsste eigentlich gehen, es passen auch mindestens sechs bis acht leere Flaschen rein, aber der Karton kommt auch nicht hinzu.

Die linke Tasche blieb leer. Warum eigentlich?

Oder spanne ich diesen auf den Gepäckträger wie neulich das in Puchheim im Kiosk abgeholte weil von UPS trotz Anwesenheit nicht zugestellte Paket? Spanngurte habe ich, daran würde es nicht scheitern.

Und auf dem Gepäckträger ist auch noch Platz.

Auflösung: Die Tasche ist geräumig genug, man benötigt nur etwas Hilfe, um den Karton dort hinein zu bugsieren. Idee: das nächste Mal gleich zwei Kartons gekauft, zum Rosé noch den feinen Roten aus Georgien, den ich mir neulich schmecken ließ?

Denn dann ist die Balance wieder hergestellt, so zog das Radl doch sehr in eine Richtung. Und wenn wir schon mal dabei sind, noch einen dritten Karton auf den Gepäckträger montiert?

Das würde dann bis weit nach dem Ende des Stadtradelns reichen. Wenn auch nicht ganz bis zum nächsten Mal.

Stadtradelnkilometer bisher: 276,00

Gesamtkilometer bisher: 2.359

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