Isar-Runde – wie vor 30 Jahren

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Wenn man den Mund so voll nimmt wie ich und behauptet, drei Wochen lang aufs Auto verzichten zu können, muss an manchen Tagen leiden.

Die Schwiegereltern wollten uns mal wieder sehen, das duldete auch keinen Aufschub. Zumal nächsten Sonntag – wenn ich auch wieder Auto fahren dürfte, wir mit dem Hofflohmarkt Gröbenzell-Süd verplant sind.

Jammern hilft nicht, auch keine Ausreden wie Magenverstimmung, Rückenschmerzen, Sommergrippe, sondern nur das Fahrrad. Sind zu den Schwiegereltern nach Garching 30 Kilometer. Nach Ismaning zum Inder noch mal drei und dann alles wieder zurück. Ich habe Zeit und bin halbwegs in Form, als geht es kurz nach zehn Uhr los.

Wie lange war ich schon nicht mehr mit dem Fahrrad in Garching? Das muss im Spätsommer oder Frühherbst 1997 gewesen sein, als ich nicht jeden Tag, aber im Sommer recht häufig mit dem Rad von Aubing nach Garching gefahren bin, wo ich am Walther-Meißner-Institut für Tieftemperaturphysik an meiner Diplomarbeit arbeitete.

Schon im Grundstudium, das wir noch in der Innenstadt rund um die Arcisstraße absolvierten, sind mein guter Freud und Studienkollege Claus von Aubing respektive Untermenzing im Sommer in die Uni gefahren. Ich hielt den Plan verrückt, ab Sommer 1993 auch nach Garching mit dem Rad zu fahren, aber Claus war zu der Zeit ein Biking-Ultra und fuhr auch mal zu einer Studentenparty im Bayerischen Wald mit dem Fahrrad. 

Wir suchten uns eine nette Strecke auf der Karte aus, über den Allacher Rangierbahnhof und den Lerchenauer See nach Feldmoching, dort über das Hasenbergl und das Korbinianhölzl zum Schloss Lustheim und über die Fröttmaninger Heide nach Garching Nord, zur TU und den angeschlossenen Instituten.

Ich war mir nicht sicher, ob ich den Weg heute so noch finden würde, außerdem lag das Ziel im Garchinger Süden. Optimal war die Strecke sicher nicht, die mir Apple Maps heraussuchte. Ich habe dann entgegen des Vorschlags noch ein Stück Rangierbahnhof mitgenommen, ehe es entlang der Triebstraße/Moosacher Straße/Frankfurter Ring ging. Am derzeit gesperrten Föhringer Ring dann nach Norden die Freisinger Landstraße entlang bis nach Garching. Ein meist gut ausgebauter Radweg, aber nicht unbedingt ein schöner.

Für den Rückweg erinnerte ich mich an entspannte Sommertage, an denen ich nicht den etwas kürzeren Weg beinahe parallel zur A99 nahm, sondern den etwas längeren und in der ersten Hälfte weit attraktiveren an der Isar entlang. Vor 30 Jahren legte ich öfter mal am Aumeister eine Trinkpause ein, das verkniff ich mir heute.

Zumal Regen drohte und tatsächlich auch fiel. Ich hatte Glück, dort wo ich fuhr war der Regen nicht lila, sondern eher erfrischend.

Mein Kilometerziel hatte ich schon zum Ende der zweiten Woche erreicht, jetzt bin ich nicht mehr weit von meinem persönlichen Stadtradlrekord entfernt. Morgen darf ich ja wieder ins Büro, die 15 Kilometer kommen mir jetzt beinahe wie eine Kurzstrecke vor.

Stadtradelnkilometer bisher: 480,51

Gesamtkilometer bisher: 2.561

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