Bergwertung bei Gegenwind

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Eine Joggingrunde oder eine Fahrradtour beendet man besser nicht mit einem Schlussspurt. Das hat mehrere Gründe, einer davon ist aber die psychologische Falle, in die man tappen könnte. Denn am nächsten Tag erinnert sich der Körper an die immense Anstrengung und hat dann weniger Lust, wieder auf die Strecke zu gehen.

Das berücksichtige ich beim Radfahren. Schlussspurt ist im Wohngebiet ohnehin Tabu, aber auf den Freizeittouren schaue ich genau, von woher der Wind weht. Und die Richtung geht es dann. Das Ende der Tour ist ein lockeres Ausfahren mit Rückenwind, der Körper kommt ein wenig zur Ruhe und die Motivation leidet nicht. Die Profiradler, die ihre Rennen mit einem Schlussspurt beenden, fahren danach auch noch locker aus. Entweder lässig vom Zielort bergab ins Hotel oder auf Ergometern hinter der Zielankunft.

Beim Pendeln in die Stadt habe ich nicht die Wahl: “Ach, prima, heute Westwind, fahre ich nach Bruck oder gleich Mammendorf zum Arbeiten, dann wird die Heimfahrt entspannt. Äh, Moment …”. Wobei es auch Vorteile hat, dass der Wind meist aus Westen weht, die Fahrt in die Arbeit ist etwas entspannter als bei Ostwind. Zum Feierabend ist es beinahe egal, wie angestrengt ich am Ziel ankomme. Schlussspurt fällt aus bekannten Gründen ohnehin aus – und die Lust verliere ich so schnell nicht.

Manchmal muss man auch die Windrichtung bei Freizeittouren ignorieren. Am Ostersonntag hatte es wirklich heftigen Westwind, kein Vergleich zu den derzeitigen Wetterlagen. Aber der Olympiapark mit seinen blühenden Kirschen liegt nunmal östlich von uns. Die Hinfahrt war auch ein Traum, mit ordentlich Schub von hinten. Bereut haben wir es gewiss auch nicht, dass die Rückfahrt teilweise eine Qual war, insbesondere in den offenen Landschaften westlich des Untermenziger Friedhofs. Am meisten störte, dass auch hunderte andere Leute  die Idee mit den Kirschblüten hatten …

Ostersonntag 2026 am Fuße des Olympiabergs

Die im April so spektakulären Bäume, die von der Lerchenauer Straße aus den Hügel in Richtung Olympiaalm hochwachsen, sind im Juli weniger interessant. Habe ich heute nach der Arbeit überprüft. Ich dachte mir, wenn ich schon mal in der Nähe des Olympiaparks mit dem Mountainbike bin, dann könnte ich auch den hiesigen Monte Scherbelino hochstrampeln. Als ich noch ein Stück weiter östlich mein Büro hatte, jenseits des Petuelparks in Schwabing Nord, bin ich manchmal morgens auf dem Weg ins Büro über den Berg. Sind 35 Höhenmeter, die enorm Spaß machen, nicht nur, wenn die Kirschen blühen. 

Das Video, das ich mit am Lenker festgeklemmten iPhone im Sommer 2019 aufnahm, hat mir im Winter danach aber wenig gebracht. Ich hatte gehofft, in der dunklen Jahreszeit, in der ich nur selten zu Ausfahrten komme, könnte ich mit der Aufnahme vor Augen ein bisschen motivierter auf dem Ergometer im Keller strampeln. Das funktioniert aber nicht. Lieber noch ein wenig in Licht und reflektierender Schutzkleidung investieren und auch im Dezember und Januar draußen trainieren. Muss in der Jahreszeit ja nicht der Olympiaberg sein, die Olympialam hat dann auch geschlossen.

Stadtradelnkilometer bisher: 367,63

Gesamtkilometer bisher: 2.449

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