Jan Ullrich hätte die Tour de France 2003 gewonnen, wenn am Tag des zweiten Zeitfahrens bei Nantes es genauso heiß gewesen wäre wie gut zwei Wochen davor beim ersten in Lyon. Ullrich kam mit der Hitze von Lyon weit besser zurecht als sein ewiger Konkurrent Lance Armstrong und nahm ihm mehr als eine Minute ab. Im Regen von Nantes war der Vorteil dahin und er musste zu viel riskieren, bis er in der Kurve wegrutschte und die letzte Chance dahin ging.
Mal abgesehen davon, dass auch Ullrich später der Sieg von 2003 aberkannt worden wäre – es gibt Leute, die kommen mit Hitze weit besser zurecht als andere, Ullrich etwa besser als Armstrong.
Ich zähle mich auch zu diesen Leuten – nein, nicht zu jenen, welche die 17 Kehren nach L’Alpe d’Huez in weniger als 45 Minuten hoch strampeln. Sondern zu jenen, die mit Hitze besser auskommen als andere. Aber auch ich habe meine Grenzen.
Wie angenehm war doch am Donnerstag die Heimfahrt vom Sommerfest mit den Kollegen, das im Taxisgarten geendet hatte. In die anbrechende Dunkelheit hinein, dem letzten Licht aus Westen entgegen, bei Temperaturen endlich wieder nennenswert unter 30 Grad. Fast allein auf Radwegen und Straßen, denn entweder waren all die anderen noch in den Biergärten der Stadt oder vor der TV-Übertragung des Spiels #ECUGER oder gar beides. Ich hätte verbotener Weise mitten auf der Straße fahren können, aber wozu? Auf dem leeren Radweg kam ich wunderbar voran und war fast auf die Sekunde genau zum Anpfiff daheim. Über den restlichen Abend muss ich nicht viele Worte verlieren, hatte ja nichts mit Radfahren zu tun, sondern eher mit Schwimmen, nahe am Ertrinken.
Welch Kontrast dann am Freitag. Mal wieder ein Homeofficetag, hatte auch mit einem Arzttermin zu tun. Rückblickend wäre ich lieber sofort danach in das kühle Büro geradelt und später am Abend wieder heim, gerne noch mit Zwischenstopp in einem Biergarten. So pendelte ich eben zwischen Terrassentisch (bis etwa 10 Uhr erträglich, dann heiß, dann unerträglich) und Kellerbüro (20 Grad, aber dunkel und hohe Luftfeuchte).
Radeln darf aber auch an solchen Tagen nicht entfallen. Also gegen 16 Uhr nochmal auf das Bike gesetzt und ab in die Aubinger Lohe. Die ist recht schattig, hat aber einige herausfordernde Steigungen zu bieten. Wenigstens kühlt der Wind bei der Abfahrt.

Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 162,36
Gesamtkilometer 2026 bisher: 2.249

Schreibe einen Kommentar