Bürotage statt Hundstage

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Dreimal in der Woche sollte ich im Büro arbeiten, die restlichen beiden Arbeitstage sind auch im Homeoffice möglich. Erlaubt sind natürlich auch fünf im Büro, aber bei der derzeitigen Hitze bleibe ich gerne mal daheim und spare mir das Pendeln.

Andererseits: Im unserem Büro im fünften Stock des Olympia Business Center (OBC) ist es angenehm kühl. Das Gebäude gehört den Stadtwerken München, die ivom Erdgeschoß bis Stockwerk 4 ihre Mitarbeitenden untergebracht haben und die vier weiteren Stockwerke vermieten. 

Das OBC wurde erst vor wenigen Jahren renoviert und mit einer nachhaltigen Kühlung ausgestattet, die auf Ökostrom läuft. Von Tag zu Tag finde ich mehr Gefallen daran, ins 24 Grad kühle Büro zu radeln und nicht bei annähernd 30 Grad am Terrassentisch zu arbeiten oder bei zu frischen 19 Grad an meinem Homeoffice-Arbeitsplatz im Keller.

Zumal morgens die Fahrt ins Büro noch sehr angenehm ist, bei etwas über 20 Grad und heute mal mit leichtem Rückenwind. Ich nehme gerne den kleinen Umweg über Lochhausen und Aubing in Kauf, vom kleinen Park über den Aubinger Tunnel geht es dann über den Radweg an der Mühlangerstraße über die A8 in Richtung Inselmühle und dann weiter über von-Kahr-Straße/Allacher Straße und Wintrichring zum Georg-Brauchle-Ring.

Über die Langwieder Hauptstraße und die Lochhauser Straße wäre die Route etwa einen Kilometer kürzer, aber sie hat ihre Tücken. Denn nördlich der Langwieder Hauptstraße verläuft ein Fußweg, der zwar in beiden Richtungen für Radler freigegeben ist, den man aber gefahrlos an sich nur stadtauswärts befahren kann: die Fahrbahn zweimal zu queren ist mit Risiko verbunden. 

Gleiches gilt an der Berglwiesenstraße, auf der Brücke über die A8, nahe der Einfahrt zum Aubinger Tunnel. Und an beiden Straßen wurde ich schon von ungeduldigen Autofahrern mit Abständen unter 15 Zentimetern überholt, was im Anstieg der Brücke besonders fatal ist. Nicht von ungefähr gibt es hier eine durchgezogene Linie, die man selbst bei den engsten Überholmanövern noch überfährt. Besser bergauf ohne Sicht auf den Gegenverkehr nicht überholen als sich und andere gefährdend zu überholen? Diese Erkenntnis haben so manche motorisierte Verkehrsteilnehmer bisher nicht verinnerlicht. Dabei geht es um einen Zeitgewinn von nur wenigen Sekunden, bei der Abfahrt von der Brücke lässt sich zwar auch nicht Gesetzes konform, aber doch sicher überholen, solange nichts entgegen kommt.

Ganz nett sind auch immer die Autofahrer, die meinen, mich belehren zu müssen, da sei doch ein Radweg, warum ich verbotener Weise auf der Fahrbahn unterwegs sei? Nun ja, das Verkehrszeichen 239 (rund, blau, weiße Silhouetten einer Erwachsenen und eines Kindes) mit Zusatzschild 1022-10 (rechteckig, schwarzes Fahrrad auf weißem Grund) bedeutet nur, dass Radler dort in Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen – aber es nicht müssen. Benutzungspflichtig sind nur Wege, an denen ein rundes blaues Schild mit einem weißen Fahrradsymbol steht: das sind die mit den Nummern 237 (Radweg), 240 (gemeinsamer Geh- und Radweg) und 241 (getrennter Geh- und Radweg). Und solche stehen weder an der Langwieder Hauptstraße noch an der Berglwiesenstraße.

Eines der Kraftfahrzeuge, aus denen ich einst eine Belehrung erhielt, war silbern mit grünen Streifen, auf dem Dach ein Blaulicht. Das war jedoch an anderer Stelle, etwa dort, wo Lochhausen an Aubing grenzt und die Henschelstraße zur Altostraße wird. Der Beamte auf dem Beifahrersitz meinte, ich sei dort auf dem „Radweg“, der kein Radweg ist, weit sicherer, was ich klar verneinen musste. Schließlich führt der an mehreren Einmündungen von Wohnstraßen vorbei – und ich hatte schon öfter auf regulär in zwei Richtungen befahrbaren Radwegen das Problem, dass abbiegende Autofahrer nicht auf dem Schirm hatten, dass ein Radler von links kommen könnte. Der in Aubing-Lochhausen ist jedoch ein sehr unschöner und unübersichtlicher Streckenabschnitt, ich biege unmittelbar nach dem Lochhauser Bahnhof lieber links in die Schrimpfstraße und später in die Denkenhofstraße in Richtung Mühlangerstraße ab, da ist weniger Verkehr.

Wenn der Bürotag langsam sein Ende findet, sinkt die Temperatur noch lange nicht in den angenehmen Bereich. Aber bis 20 Uhr oder länger will ich dann auch nicht im OBC bleiben. Also raus in die Hitze und nach Hause gestrampelt. Ich behelfe mir wieder mit dem Kopftuchtrick, das Helmtuch ordentlich nass gemacht, das hält den Kopf und das Gemüt kühl. In den Autokolonnen, an denen ich mal wieder entspannt auf dem Radweg vorbei fahre, mögen die meisten ihre Klimaanlage ordentlich aufgedreht haben, sonst ist es insbesondere im Stau kaum auszuhalten. Ich habe nur an den wenigen Ampeln ein Problem, wenn es länger nicht mehr weiter geht, aber nach etwa 50 Minuten bin ich dann doch wieder wohlbehalten daheim.

Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 72,92

Gesamtkilometer 2026 bisher: 2.166

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