Ich kenne den Münchener Berg östlich von Fürstenfeldbruck recht gut, bin in den letzten Jahren jeden mir bekannten Weg hoch oder runter gefahren. An der B2 entlang, durch die Emmeringer Leite oder von der Amper kommend.
Der meiner Erfahrung nach steilste und anstrengendste Weg geht hinter dem Kloster Fürstenfeld in Richtung Gelbenholzen/Pfaffing hoch. Mit gewisser Erleichterung stellte ich aber schon beim Check des Routenplans für die Eröffnungstour des diesjährigen Stadtradelns fest, dass die vom ADFC geführte Tour aus Gröbenzell und Olching den etwas weniger steilen Weg vom Bahnhof FFB über den Pfaffinger Weg in Richtung Biburg nehmen würde.
Anstrengend waren die rund 70 Höhenmeter für mich und mehr als 50 anderen Stadtradelnden aus Gröbenzell und Olching dennoch – gut 13 Kilometer waren bis dahin schon durch die Hitze des Junisonntags absolviert.
Die meisten Wege mir vertraut, war über Details der von Martin Oetjen geleiten Tour aber immer wieder freudig überrascht – “ach, so kommt man auch von Olching nach Esting” und später “Interessante Variante auf dem Weg von Eichenau nach Puchheim”.

Meist radle ich im hiesigen Landkreis und den benachbarten alleine oder mit der Gattin, für mich war das auch eine neue Erfahrung, mit ein paar Dutzend Gleichgesinnten zu radeln. Wird vermutlich nicht das letzte Mal gewesen sein, wenngleich im Pulk respektive in der Schlange zu fahren, höchste Aufmerksamkeit erfordert und noch mehr anstrengt als Radln in der Hitze allein. Immerhin blieb das Tempo moderat, damit wirklich alle mitkommen.
Was die Leistung des etwa sechsjährigen Mädchens, das mit seinem Vater unterwegs war, keineswegs schmälert. Erst am Berg musste sie der Anstrengung Tribut zollen und nahm mit Vater und ADFC-Schlussfahrer Thomas Schubert eine kleine Abkürzung, die aber auch nur etwa 20 Höhenmeter weniger erklomm – bei der Abfahrt aus Biburg in Richtung Alling trafen wir die drei an dem Feldweg wieder, der in Wagelsried auf die Straße trifft.
Die letzten Höhenmeter von Gelbenholzen/Pfaffing nach Biburg hinauf sind auch für mich so etwas wie der Endgegner. Nach der Linkskurve gerät man erst in eine leichte Senke, in der man noch etwas Tempo aufnehmen kann, dann wird es aber sehr kurz sehr steil – müssten so um die 12 bis 14 Prozent sein – ehe es wieder etwas flacher ansteigt, dann aber in der prallen Sonne.
Klar, mit dem E-Bike ginge es leichter den Münchener Berg, ich hatte das schon ausgiebig genau an der Stelle getestet. Bei Temperaturen wie den heutigen ist man mit dem Biobike – also dem allein durch Muskelkraft angetriebenen Gefährt – deutlich im Nachteil. Macht aber irgendwie mehr Laune, wenn man sich den Berg hochgequält hat und bei der Trinkpause im Schatten einen großen Schluck aus der Fahrradflasche nimmt.
An Hitzetagen behelfe ich mir mit einem Trick: Als mobile Klimaanlage montiere ich mir ein patschnasses Kopftuch unter den Helm, das hält auch bei 35 Grad den Kopf für eine gute Stunde kühl – immer wieder beim Pendeln im Sommer ausprobiert. Am Nöscherplatz in Olching beim ersten Zwischenstopp also nochmal das Tuch in den Brunnen gehalten, und weiter geht die Fahrt.
Die Abfahrt vom Münchener Berg ist dann ein erfrischendes Vergnügen, die Rückfahrt nach Puchheim und Gröbenzell die pure Vorfreude auf ein Kaltgetränk.

In der anstehenden Woche bleibt es zunächst so heiß, aber morgens ist es noch gut erträglich und nach der Arbeit ließe sich zur Not auf halber Strecke einkehren, um das Kopftuch in der Würm erneut zu befeuchten oder die Kehle mit einem Getränk in der Inselmühle.
Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 28,25
Gesamtkilometer 2026 bisher: 2.105

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