Vor dem Start

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Meine Nominierung als Stadtradln-Star ist fast ein wenig unfair, das gebe ich gerne zu. Ich fahre ohnehin recht häufig mit dem Fahrrad, Strecken von 15 Kilometern oder mehr schrecken mich nicht ab. In den vergangenen Jahren waren einige dabei, in denen ich insgesamt weitere Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt habe als mit dem Auto, so um die 4000 Kilometer pro Jahre radle ich.

Wie ich heute feststelle, bin ich auch 2026 auf Kurs. Das erste Halbjahr ist noch nicht ganz vorbei und mein persönlicher Kilometerzähler steht schon auf fast 2000 Kilometern. Wahrscheinlich bin ich schon drüber, weil ich das ein oder andere Mal vergessen hatte, die Apple Watch aufzuladen oder die Tour zu starten. 

Ich habe mal mitgezählt, allein aus dem Ehrgeiz, bei der Steuererklärung angeben zu können, an wie vielen Tagen ich mit dem Rad im Büro war, mit dem Auto oder mich der ÖPNV ans Ziel und wieder nach Hause brachte (ich weiß, die Pendlerpauschale ist unabhängig vom Verkehrsmittel und den Steuerprüfer im Finanzamt hat das nur mäßig beeindruckt). Aber in meinem besten Jahr bisher – 2019 – kam ich in meiner Zählung auf 92 Bürofahrten. Also an fast jedem zweiten Arbeitstag war ich mit dem Rad die 20 Kilometer von Gröbenzell in die Parkstadt Schwabing gefahren. Damals war ich auch noch sieben Jahre jünger und Homeoffice für mich zwar eine tägliche Notwendigkeit von etwa 6.30 Uhr bis 7.30 Uhr und manchmal auch noch abends, aber ansonsten weithin unbekannt. Bis 2020 alles anders wurde.

Seit dem Jahreswechsel 2021/22 ist mein Büro am Olympiapark, im hochtrabend Olympia Business Center genannten Riegel schräg gegenüber vom O2-Tower, der nicht weniger hochtrabend offiziell Uptown Munich heißt.

Das OBC ist ein hübsches achtstöckiges Gebäude, das den Stadtwerken München gehört und bis hinauf zum 8. Stock auch von ihnen genutzt wird. Schön: Das OBC liegt fünf Kilometer näher an Gröbenzell als die Parkstadt Schwabing. Noch schöner: Es gibt einen Fahrradkeller, in Schwabing-Nord musste das Radl immer draußen stehen bleiben.

Noch leben wir eine recht großzügige Homeoffice-Regelung, sodass ich seit 2022 an manchen Tagen doch lieber daheim geblieben bin, anstatt mich morgens durch den Regen zu quälen oder am frühen Abend in der Sommerhitze zu leiden. An manch anderen Tagen war die Besetzung im Büro so gering, dass ich im Homeoffice beinahe mehr menschliche Ansprache hatte, also sparte ich mir das Pendeln und drehte abends noch mal eine Radlunde um Gröbenzell und Umgebung. Ist dann streng genommen kein Stadtradeln mehr, denn die Idee, anstatt zu Radeln, für die Abendtour in den Biergarten (und sei es der daheim) das Auto zu nehmen, ist dann doch etwas absurd.

Die Kilometer der Abendtouren habe ich dennoch in das Stadtradln-Protokoll aufgenommen, das werde ich auch in diesem Jahr so handhaben. Wenn dann am Ende der drei Wochen eine scheinbar beeindruckende Zahl stehen sollte (mein Ziel: 400), hat diese auch damit zu tun, dass ich nicht nur zum Pendeln das Rad benutze, sondern auch in der Freizeit. Und selbst beim Pendeln drehe ich gerne ein paar Umwege.

Heute nahm ich etwa mein Mountainbike, das ich erst in Februar kaufte, weil mein altes Sportrad nicht mehr reparabel war, und fuhr nicht direkt ins Büro. Sonst nehme ich immer die Von-Kahr- respektive Allacher Straße, recht gute Radwege, an manchen Stellen auch breit genug zum Überholen, sehr gut von der Fahrbahn getrennt.

Mir war aber mehr nach Schotter und Wald. Also  fuhr ich von Lochhausen aus an der Bahn entlang, den Schotterweg nördlich der Gleise in Richtung Alte Allee. Von der Blutenburg aus geht es dann durch den Durchblick, später ein Stück an der Nymphenburger Schlossmauer vorbei, ehe ich an der Bus- und Tramhaltestelle Amalienburgstraße die Menzinger Straße über die Ampel querte und mich ins Kapuzinerhölzl aufmachte.

Die letzten beiden Kilometer ging es dann wieder auf dem Radweg am Wintrichring entlang, der nach Querung der Dachauerstraße Georg-Brauchle-Ring heißt und an dessen Hausnummer 23 das OBC liegt.

Auf dem Heimweg nahm ich eine ähnliche Route, wieder durch das Kapuzinerhölzl, später dann noch am westlichen Ende der Aubinger Lohe wieder über Schotter. Vorteil dieser kleinen Umwege: Meist geht man dem Autoverkehr aus dem Weg. Warum das eine gute Idee ist, werde ich zu gegebener Zeit erläutern.

Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 0

Gesamtkilometer 2026 bisher: 1.984

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