Eigentlich wollte ich nach etwa zwei Dritteln der geplanten Tour mir nur mal kurz die Füße im Wasser vertreten, an der Kneipp-Anlage in Puchheim Ort, hinter dem Feuerwehrhaus. Aber nichts da: der Gröbenbach war an der Stelle ausgetrocknet.
Schon der Starzelbach in Eichenau führte nur sehr wenig Wasser, an manchen Stellen war er nicht einmal mehr ein Rinnsal. Und der kleine Ascherbach in Gröbenzell ist heute fast komplett verschwunden, nur ein paar vereinzelte Pfützen liegen noch im Bachbett.
Hitzewelle bahnt sich an: Gemeinde in Oberbayern trocknet aus – „So etwas gab es noch nie“ titelte der Merkur – im Juli 2022. „Noch nie“ ist also schon nach vier Jahren wieder eingetreten. Der Hchwassernachrichtendienst Bayern (HND) meldet für Gröbenzell derzeit einen Grundwasserpegel von 1,77 unter Bodenniveau, was zwischen der Linie für “niedrig” und “sehr niedrig” liegt.
Ich beobachte die Daten seit jenem 1. Juni 2024 sehr genau, als nach drei Tagen Regen das Grundwasser in meinen Keller drückte. Bei 50 Zentimetern unter Bodenniveau hatte es angefangen, kurz nach Mitternacht war der Höchststand von 25 Zentimetern erreicht und das Wasser rauschte geradezu durch die Wände. Aber früher war es auch schon mal heiß und hat dann auch wieder tagelang geregnet, wollen einem Ignoranten weiß machen …
Der Klimawandel ist da, keine Frage. Der Wetterwechsel nach gut zehn Tagen Hitzedom zeichnet sich ab, der kräftige Westwind und die immer dichter werdenden Wolken sind seine Vorboten. In unserer Gegend scheinen wir einigermaßen glimpflich davon zu kommen, die stärksten Gewitter soll es heute Abend in der Mitte des Landes geben. Hier im Süden wird es nur merklich kühler und auch ein wenig nass.
Kommt mir beinahe wie eine Verheißung vor, gegen Regen lässt es sich besser schützen als gegen 36 Grad und hohe Luftfeuchtigkeit. Gewitter ist etwas anderes, aber das kann man auch an einem sicheren Ort abwettern. Mal sehen, wie das in der kommenden Woche mit meinen Radlplänen kollidiert.
Ich hatte in der ersten Woche Stadtradeln etwas über 200 Kilometer ins Fahrtenbuch geschrieben, damit schon nach einem Drittel das selbstgesteckte Ziel zur Hälfte erreicht. Nachlassen will ich aber nicht, also gleich nach dem Frühstück wieder aufgesessen und eine kleine Runde gedreht. Erst gegen den Wind, der insbesondere in der Allinger Gern seine volle Kraft entfaltete und massiv bremste. Umso mehr Spaß macht dann die Fahrt an der B2 entlang, wenn der Wind wie verrückt schiebt und die Vorfreude auf ein kühles Fußbad die Kurbel mit 90 Umdrehungen pro Minute die Kette über die Ritzel jagt.
Nur musste das Fußbad erstmal entfallen – wenigstens führt der Gröbenbach im Gemeindegebiet noch ein wenig Wasser.
Stadtradelnkilometer 2026 bisher: 227,25
Gesamtkilometer 2026 bisher: 2.311

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