Die Deutsche Eiche in Lochhausen hat wiedereröffnet. „Soft Opening“ nennen die Pächter die Phase vom 18. bis 31. Juli, erst am 1. August erfolgt der offizielle Startschuss. Man wolle die zwei Wochen nutzen, um die Abläufe zu erproben und aus etwaigen Fehlern zu lernen. Ich würde das Beta-Phase nennen und obwohl man mit Betas immer sehr vorsichtig sein sollte, musste ich natürlich an dem Test teilnehmen und gegebenenfalls Feedback geben. Kurz: Es hat mir gefallen.
Die Deutsche Eiche kenne ich im Prinzip seitdem ich denken kann. Als Biergarten oder Gartenrestaurant – mal konnte man seine Brotzeit selbst mitbringen oder an der Theke sich einen Wurstsalat oder eine Schweinshaxen kaufen und natürlich die ein oder andere Mass und mal nicht. Meistens waren die Tische im Garten bedient, im Haus erst recht.
Dort gab es – und gibt es noch immer – eine große Stube mit einigen Nischen und mehrere kleine Nebenräume für Feste aller Art. Schöne, wie dem 60sten meines Cousins im Jahr 2009 und weniger schöne wie die Trauerfeier für meinen Vater, etwa 17 Jahre davor.
Lange Jahre bewirtete eine in Lochhausen ansässige Gastronomenfamile das Haus, manchmal auch die Metzgerei nebenan und dazu die Waldgaststätte in der Aubinger Lohe, die in ihren besten Zeiten weit mehr Biergarten als Gartenrestaurant war und sich heute als recht hochpreisiges Slow-Food-Restaurant ausprobiert – muss ich mir mal genauer ansehen. Aber nicht, wenn ich einen Biergarten suche.
Sprich: In meiner Kindheit, Jugend und auch noch im Erwachsenenalter war die Deutsche Eiche schwer angesagt. In den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten war die Deutsche Eiche aber immer wieder mal schwer abgesagt. Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt, aber mal waren es notwendige Renovierungen, die das Geschäft schwer machten, dann wieder rasche Pächterwechsel nach einer lange Phase der Kontinuität. Die Pandemie hat einem Betrieb, der zu hohen Feiertagen wie Weihnachten Schichtbetrieb hatte, um allen Nachfragen gerecht zu werden, auch nicht geholfen.
Das zuletzt gescheiterte Konzept hat mir eigentlich gefallen. Ein neuer Name, zumindest für den Restaurantbetrieb: Eichenschlössl. Eine für bayerische Biergärten teils ambitionierte Speisenkarte mit einem verdammt leckeren Ziegenkäse-Burger. Eine hohe Qualität der Speisen – wann bekommt man schon frisch aus Kartoffeln geschnittene und alsbald frittierte Pommes Frittes als Beilage? Und das zu Preisen, die eben nicht zu Slow Food passen, sondern eher zu dem Nachbarschaftstreff mehrerer Stadtteile und Vorortgemeinden, der die Eiche schon immer war? Kann nur schief gehen, aber hinterher ist man immer klüger.
Jetzt gewissermaßen zurück zum Ursprung. Die Speisenkarte bisher übersichtlich, nicht ohne Ambition, aber noch zurückhaltend und traditionell. Portionen angemessen bis groß, die Qualität ordentlich bis hoch, mehr kann ich nach der kurzen Stichprobe nicht sagen. Nur die Pommes Frittes … nun gut, das nächste Mal nehme ich den Kartoffelsalat , der sah sehr gut aus. Die Preise moderat, da bestellt man gerne noch eine weitere Halbe, wenn es nicht mehr allzu weit nach Hause ist.
Genau das gibt mir die Deutsche Eiche: Es ist nicht mehr weit nach Hause. Nach einer Radltour, die ich bewusst als Durststrecke angelegt hatte, mir aber die vorzeitige Einkehr verkniff. Vorbei am Gustl im Gut Freiham, weiter nach Gräfeling. Habe nicht in Lochham vorbei geschaut, ob dort die Einkehr wieder auf hat, an der Aubinger Einkehr war ich weit vorbei geradelt. Stattdessen an der Wurm entlang durch den Pasinger Stadtpark bis zur Inselmühle.
Dort seufzend einen Schluck aus der Teeflasche genommen und die Gattin angefunkt, dass ich mir hier jetzt keine Halbe kaufe, sondern in einer Viertelstunde in der Eiche aufschlagen würde. Gerade rechtzeitig, denn diese Fahrt war eine wahre Durststrecke:
